🎯 Wie konzentriert man sich beim Meditieren? 🎯
Автор: Мухо Ньолке
Загружено: 2025-12-08
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Q: Sehr geehrter Herr Muho
Ich habe gerade Ihr Buch „Der Mond leuchtet in jeder Pfütze“ zu Ende gelesen. Für mich wieder nach langer Zeit ein Buch, dass sich zu lesen lohnt:-) Ein wundervoller, unverblümter und witziger Schreibstil. Da haben Sie ja einiges hinter sich! Eine Frage hätte ich bitte bezüglich Shikantaza. In Ihrem Buch führen Sie aus, dass man sich auch beim Shikantaza auf etwas konzentriert. Gehen aber nicht weiter darauf ein. Worin besteht die Konzentration beim Shikantaza? Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Viele Grüße aus Österreich
Wer sucht, wird finden: https://www.youtube.com/c/sendaba/sea...
Zitat aus dem "Mond":
Konzentration wird im Fachjargon auch » Samadhi « genannt. Sie kann als die Tiefendimension der Meditation bezeichnet werden. Wenn man es genau nimmt, muss man mindestens zwei Bedeutungen von Konzentration unterscheiden; zum einen handelt es sich um die Fähigkeit, den Geist auf einen bestimmten Punkt fokussiert zu halten. Zum anderen bezeichnet man auch die von Gedanken ungestörte Geistesruhe als Konzentra-
tion oder eben Samadhi.
Wenn jemand für sich allein meditieren möchte, sieht er sich zunächst vor die Frage gestellt: Wie lange soll ich sitzen? In der Theorie lautet die einzig richtige Antwort natürlich: Solange du möchtest! In der Praxis sieht die Sache schon anders aus. Ob man kurz oder lang sitzt, wirkt sich nämlich auf die Qualität der Konzentration aus. Wer sich vornimmt, nur für fünf Minuten zu sitzen, wird feststellen, dass es ihm relativ leicht fällt, den Geist für diesen Zeitraum zu fokussieren. Wenn man dagegen, wie es in Antaiji praktiziert wird, jeweils für eine volle Stunde sitzt, lässt sich ein zwischenzeitliches Abgleiten des Geistes fast nicht vermeiden. Andererseits erlangt man nach einer Stunde eine tiefere Geistesruhe als nach fünf oder zehn Minuten. Anfängern wird gern empfohlen, die Atemzüge zu zählen. So kann man etwa zunächst nur jedes Ausatmen zählen, bis man bei zehn angelangt ist. Dann fängt man wieder bei eins an. Viele sind überrascht, wie schwierig es ist, mehrere Male hintereinander konsequent bis zehn durchzuzählen, ohne dass sich der Geist in anderen Gedanken verfängt und so die gerade aktuelle Zahl vergisst. Etwas einfacher ist es, einen Countdown zu starten und rückwärts zu zählen, etwa von hundert bis null. So hat man den Punkt, an dem die Meditation enden soll, als Ziel immer vor dem inneren Auge.
Nach längerem Üben wird man feststellen, dass es durchaus möglich ist, gleichzeitig zu zählen und zu denken. Nur: Ist es überhaupt in Ordnung, die – manchmal ja auch ganz banalen – Gedanken im Hintergrund des Zählens weiterlaufen zu lassen? Oder muss man jeden Gedanken einzeln quasi deaktivieren, ehe man wieder zum Zählen zurückkehrt? Wie ist das mit dem Loslassen?
Wenn man die Gedanken wirklich loswerden will, nützt es wenig, genau das zu denken. Denn dann hat man ja nur wieder einen Gedanken mehr. Viel hilfreicher ist es, sobald man merkt, dass man sich in einem Gedanken verloren hat, direkt zum Atem zurückzukehren, ohne den Gedanken auch nur noch eines weiteren Gedankens zu würdigen. Durch die erneuerte Konzentration auf das Zählen verschwinden die Gedanken vom Radar des Bewusstseins.
Für einen Anfänger dürfte diese Rückkehr zum Ausgangspunkt tatsächlich am sinnvollsten sein. Es gibt aber auch eine Variante für Fortgeschrittene. In diesem Fall lässt man den Dingen einfach ihren Lauf. Das heißt, man erlaubt den Gedanken ihr Spiel zu treiben, während man sich immer weiter auf das Zählen der Atemzüge konzentriert.
Nach einer Weile wird es einem immer besser gelingen, sich so gut auf seinen Atem zu konzentrieren, dass man auch dann das Zählen nicht vergisst, wenn Gedanken im Geist auftauchen. Jetzt kann man zu einer etwas schwierigeren Übung übergehen: auf den Atem achtzugeben, ohne die einzelnen Atemzüge zu zählen. Es kann vorkommen, dass sich der Atemrhythmus verändert, sobald man sich ihn bewusst macht. Dann ist es ratsam, die Konzentration auf ein anderes Objekt zu richten, beispielsweise auf die Körperhaltung oder auch auf eine einzelne Körperstelle – den Bauchnabel oder die Nasenspitze. Alternativ dazu kann man sich auch auf etwas konzentrieren, das man sieht oder hört: den kleinen Fleck dort an der Wand, das leise Ticken einer Uhr.
Immer wenn ein Gedanke im Geist auftaucht, kann man dann zu diesem Fleck, zu diesem Ticken zurückkehren.
Im August und September 2026 bin ich wieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier die Termine: https://muhode.hatenablog.com
Spendenlink? Danke, dass Du danach fragst: https://muhode.hatenablog.com/entry/1...
#Zazen
#Samadhi
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