Albacopter-Krantests am Fraunhofer IVI in Dresden
Автор: Fraunhofer ICT
Загружено: 2025-08-06
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The Wright Moment
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Die Spannung im Container auf dem Freigelände des Fraunhofer IVI in Dresden ist mit den Fingern zu greifen: Alle möchten den Albacopter® endlich fliegen sehen! Wenigstens hovern, mit einer Handbreit Luft unter den Kufen. Und eigentlich hätte das schon vor zwei Tagen passiert sein sollen. Vier Jahre lang haben sechs Fraunhofer-Institute (ICT, IEM, IMS, IOSB, IVI und LBF) für dieses Leitprojekt geforscht, entwickelt und konstruiert. Die Früchte der Arbeit haben sich alle Beteiligten mehr als verdient.
»Alles dauert immer länger, als man denkt«, dürfte die meistgeäußerte Erkenntnis dieser Tage sein. In diesem Fall führt die unstete Wetterlage über Dresden immer wieder zu Testpausen und Verzögerungen. Das Albacopter®-Team hat sich ein straffes Programm auferlegt, will die Funktionen des Fluggeräts kleinschrittig ausloten und verifizieren.
Eine Herausforderung dabei: Nahezu nichts lässt sich mit bloßem Auge erkennen. Alle Teilsysteme des hochkomplexen und von mehreren Instituten gemeinsam gestalteten Projekts kommunizieren ihren Status digital in die Computer der Bodenstation. Auf Basis dieser Zahlenkolonnen beurteilt das Team den Verlauf eines Versuchs und plant den nächsten Schritt.
In der kommenden Stunde ist für den Himmel über Dresden wieder Regen angesagt, und Feuchtigkeit im Albacopter® könnte eine zusätzliche Fehlerquelle darstellen. Darauf verzichten die Wissenschaftler und Ingenieure gern, nutzen stattdessen die Zeit für Maintenance-Arbeiten, prüfen zum Beispiel alle Schraub- und Steckverbindungen. Und weil nichts, aber auch gar nichts an diesem Projekt trivial ist, demontiert das Team dafür die Tragflächenspitzen des Albacopters®, hebt ihn mithilfe des bereitstehenden Krans vom 3DOF-Prüfstand und schiebt ihn auf einem Wagen ins Technikum des Fraunhofer IVI.
»Mindestens neunzig Prozent der Tests passieren am Boden«, erklärt Martin Leuner (Fraunhofer IVI). Er ist Operation Manager des Fraunhofer-Leitprojekts Albacopter®, hat die Arbeit der beteiligten Fraunhofer-Institute koordiniert und überwacht nun die abschließenden 3DOF-Tests (»3 degrees of freedom«, also um drei Achsen beweglich) am Fraunhofer IVI in Dresden. Verlaufen diese erfolgreich, darf der Albacopter®, gesichert durch einen Mobilkran, erstmals aus eigener Kraft abheben.
»Anders als bei Fahrzeugtests kann man beim Albacopter® nicht einfach alles ausschalten, wenn was schiefgeht, ausrollen lassen und rechts ranfahren«, verdeutlicht Martin. Und allen ist klar: Die wissenschaftliche Selbstdisziplin für die Chance auf ein schnelles Erfolgserlebnis in den Wind zu schießen, wäre im Moment ein äußerst ungeschickter Ansatz, um es vorsichtig zu formulieren.
Erneut geht mehr Zeit ins Land, als man veranschlagt hatte. Doch irgendwann ist der Albacopter® final durchgecheckt, auch der Himmel hat sich zwischenzeitlich beruhigt. Ein letzter Testlauf auf dem 3DOF-Prüfstand zeigt ein stabiles Gesamtsystem und beseitigt alle Zweifel: Die Zeit und das Fluggerät sind reif für den Kranversuch.
Dann geht es, in aller wissenschaftlichen Selbstdisziplin, plötzlich ganz schnell: Im Handumdrehen ist der Mobilkran auf seinen Raupenketten in Position gefahren und abgestützt, der Albacopter® mit vier Schlaufen am Haken befestigt und vom 3DOF-Prüfstand gelöst. Dieser hat seine Schuldigkeit getan und wird abtransportiert.
Udo verteilt die Aufgaben: Wer beobachtet welche Parameter? Wer bleibt bereit, den Not-Aus-Knopf zu drücken? Er selbst greift zur Fernbedienung und fragt seine Kollegen reihum ab: »Sind deine Systeme bereit? Bist du bereit?«
Nachdem dies alle bejaht haben, beginnen die acht Rotoren aggressiv zu surren, und endlich ist es so weit: Der Albacopter® fliegt aus eigener Kraft, nur ein Kunststoffseil sichert ihn. Udo vollführt testhalber einige Manöver – unter erschwerten Bedingungen, denn das Sicherungsseil sichert nicht nur, sondern stellt auch ein Hindernis dar.
Der Wright-Moment, auf den rund 60 Menschen vier Jahre lang hingearbeitet haben, dauert 1 Minute und 54 Sekunden. Dann greift die wissenschaftliche Selbstdisziplin wieder, und Udo landet das Fluggerät. »Wir könnten noch länger fliegen, aber wir haben gesehen und geprüft, was wir sehen und prüfen wollten«, erklärt er.
Schon Mitte August soll das Ganze ohne Kran und Sicherungsleine funktionieren: Auf dem Gelände des DLR in Cochstedt darf der Albacopter® endgültig frei fliegen.
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