Kamen-Methler, ev.-luth. Margaretenkirche, historische Glocken und Hauptgeläut
Автор: Glockentim
Загружено: 2022-11-26
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Es erklingen die fünf Glocken der evangelisch- lutherischen Margaretenkirche in Methler, einem Ortsteil der Stadt Kamen im Ruhrgebiet.
Ablauf:
00:00 Vorspann
00:12 Glockendaten
01:31 Uhrschlagglocke
02:04 Margaretenglocke
03:10 Sieben-Bitten-Schlagen (Margaretenglocke)
04:17 Hauptgeläut
15:44 Nachspann, Quellen, Danksagung
Das Kirchengebäude wurde vermutlich Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet und reiht sich ein in eine Gruppe kleinerer Hallenkirchen in Westfalen. Der Westturm stammt vermutlich aus dem frühen 12. Jahrhundert.*
Zur Kirche gehören insgesamt fünf Glocken, von denen zwei von großem historischen Wert sind.
Die ältere dieser Glocken lässt sich aufgrund ihrer Form in das späte 12. Jahrhundert datieren.* Sie wurde ursprünglich als Läuteglocke verwendet und hängt heute außen an der Westseite des Turmhelmes dient als Schlagglocke. Ihre Erscheinungsform zeigt einen Übergangsstil zwischen Zuckerhut und gotischer Dreiklang-Rippe.** Sie erklingt in c‘‘-1. Die Glocke trägt in Ritztechnik hergestellt die Buchstaben Alpha und Omega.* Der Glockensachverständige Claus Peter beschreibt die Ausführung als handwerklich unbeholfen.***
Sie gehört zu einem Glockentypus, der auch in Dortmund-Huckarde zu finden ist. In der dortigen St.-Urbanus-Kirche befindet sich eine ähnliche Glocke aus gleicher Zeit. Es ist die Feuerglocke mit dem Schlagton ~ h‘. Auch sie besitzt als Zier Alpha und Omega und zusätzlich zwei fadenförmige Weihekreuze. Ach die Kronen beider Glocken ähneln sich. Es lässt sich also vermuten, dass die Glocken von Methler und Huckarde aus der gleichen Werkstatt stammen könnten. Eine Untersuchung und Dokumentation der Glocke zu Methler fand im Jahr 1995 statt, als die Glocke aus Sicherheitsgründen abgenommen werden musste.***
Die zweite historisch wertvolle Glocke der Margaretenkirche hängt in der Glockenstube des Turmes und wurde 1483 gegossen. Ihr Gießer ist Johan von Dortmund und sie kann als eines seiner Meisterwerke angesehen werden. Sie trägt für Glocken aus der Dortmunder Werkstatt dieser Zeit typische Gestaltungsmerkmale. An der Schulter, begleitet von einem Bogenfries mit stilisierten Blättern, befindet sich eine Inschrift in gotischen Minuskeln.*
Mit Ergänzungen: S. MARGARETE SO BYN YCH GENANT, GEBOREN VAN DEN HEYDEN, WAN YCH ROPE SO KOMTZ TO HANT DAT MY VAN GODE NICHT ENSCHEYDE. ANNO MCCCCLXXXIII DIE KILIANI IHS. JOHAN VAN DORPMUNDE GOIT MY (zitiert nach Quelle **).
Das Geläut bestand nach ältester möglicher Rekonstruktion aus mindestens vier Glocken.* Bis zum Zweiten Weltkrieg befanden sich zusätzlich zu den genannten im Turm auch zwei Glocken aus dem Jahr 1665. Sie wurden bereits im Ersten Weltkrieg abgegeben, kehrten jedoch zurück.** Im Zweiten Weltkrieg 1942 wurden sie erneut abgeliefert – diesmal ohne Rückkehr nach Methler.*
Als Ersatz wurden im Jahr 1950 drei neue Glocken hergestellt – aus Gussstahl beim Bochumer Verein. Diese wurden in der im gleichen Jahr neu auf den Markt gekommenen Versuchsrippe 7e gegossen (Moll-Oktav-Rippe der Nachkriegszeit).**** Das Geläut ist im TeDeum-Motiv disponiert (c‘, es‘, f‘). Die historische Margaretenglocke wurde bei der Neukonzeption des Geläutes nicht berücksichtigt. Stattdessen wurde sie an ein tief gekröpftes Stahljoch gehängt und mit einem Gegengewichtsklöppel ausgestattet, was die Klangentfaltung der Glocke beim Läuten mindert.
Daten der Glocken (Quellen *, **, *****)
Uhrschlagglocke | 2. H. 12. Jh. | unbekannt | Dm.: 713 mm | c''-1
Margaretenglocke | 1483 | Johannes von Dortmund | Dm.: 1233 mm | Gewicht: ca. 1200 kg | e'+7
Glocke 1 | 1950 | Bochumer Verein | Dm.: ca. 1690 mm | Gewicht: ca. 1810 kg | c'
Glocke 2 | 1950 | Bochumer Verein | Dm.: ca. 1425 mm | Gewicht: ca. 1080 kg | es'
Glocke 3 | 1950 | Bochumer Verein | Dm.: ca. 1260 mm | Gewicht: ca. 780 kg | f'
Aufnahmedatum: 1. Video des Uhrschlags 2011, alle anderen Aufnahmen vom 12.09.2020.
Herzlichen Dank Herrn Pfarrer J. Voigt für die freundliche Ermöglichung der Aufnahmen!
Verwendete Quellen und Literatur:
*Geier, Sibylle: Margaretenkirche Methler – Ein Kirchenführer, hrsg. Von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Methler, Juli 2010, S. 6, 12
**Kistner, H.-J.: Die Glocken der Margaretenkirche in Methler, in: https://www.kulturkreiskamen.de/stadt... (Stand: 03.06.2022)
***Peter, Claus: Stationen westfälischer Glockengeschichte in St. Urbanus zu Huckarde, in: Thomas Schilp und Barbara Welzel (Hg.): Mittelalter und Industrialisierung - St. Urbanus in Huckarde, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld, 2009, S. 132.
****Halekotte, Theo: Die Rippenkonstruktionen des Bochumer Vereins, in: Fehn, Theo: Der Glockenexperte, Band 3, Die Bochumer Gussstahlglocken und Theo Fehn, hg. Von Gertrud Fehn, Badenia Verlag Karlsruhe, 1997, S. 462
*****Archiv Fehn: Rippentabellen nach dem Zweiten Weltkrieg, in: Fehn, Theo: Der Glockenexperte, Band 3, Die Bochumer Gussstahlglocken und Theo Fehn, hg. Von Gertrud Fehn, Badenia Verlag Karlsruhe, 1997, S. 467
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