DoKu Kathedrale von Amiens, schwebende Steine und das Bauen mit Licht - Gotik - Frankreich - History
Автор: Trepsdorf
Загружено: 2022-07-24
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DoKu - Ekstase in Stein: Die Kathedrale von Amiens - die Kunst der Gotik und das scheinbare Schweben lassen des Raumes
Sie ist mit 200.000 Kubikmeter doppelt so groß wie Notre-Dame de Paris, birgt das höchste Mittelschiff aller Kathedralen Frankreichs und hat die Bautechnik des Mittelalters revolutioniert: die Kathedrale von Amiens. 800 Jahre alt wurde das Gotteshaus 2020.
Und ist doch ganz nah am Puls der Zeit. Das zeigte sie draußen digital in 3D. La Cathédrale en Couleurs hat sie ihre audio-visuelle Megaschau genannt, die wegen des großen Erfolges auch weiterhin gezeigt wird.
Die Kathedrale von Amiens: Was macht sie besonders?
Die Kathedrale von Amiens, seit 1981 Welterbe sowie seit 1998 Teil des Weltkulturerbes Jakobsweg in Frankreich, ist eine Ekstase in Stein, ein riesiger Tempel des Lichts, für die Gotik Symbol der Gegenwart Gottes auf Erden.
Jahrhunderte, bevor Galileo die Grundlagen der Mechanik entwickelte, haben in Frankreich die Dombauhütten während der Gotik filigran den Stein in schwindelnde Höhen aufgetürmt.
In der frühgotischen Kathedrale Notre-Dame de Paris brachten es die Maurer auf stolze 35 Meter , in Chartres 36 Meter, in Amiens exakt auf bis zu 42,30 Meter. Als Beauvais eifersüchtig mit 48 Metern noch höher hinaus wollte, brach das Gewölbe zusammen, ehe danach der Vierungsturm einstürzte.
Innovatives Bauprojekt
Errichtet wurde sie 1220 ganz anders als die anderen Kirchen des Mittelalters. Begonnen wurde nicht mit dem Chor, sondern mit Langhaus. Denn für den Chor im Osten gab es noch keinen Platz – da stand zum Baubeginn im Jahr 1220 noch die Stadtmauer.
Als Baumeister wählte der Bischof Evrard de Fouilloy einen Mann, der sein Handwerk beim Bau der Kathedrale von Paris gelernt hatte: Robert de Luzarches. Obgleich der Bau wegen Geldmangel ab 1240 für 18 Jahre ruhte, wurde er dennoch innerhalb von 68 Jahren vollendet.
Die für die damalige Zeit enorme Geschwindigkeit der Baudurchführung ermöglichte eine Revolution in der Steinmetzgerei. Erstmals wurden die Steine, die für den Bau benötigt wurden, typisiert, genormt und in einer wetterfesten Nebenbaustelle das ganze Jahr hindurch in Serie gefertigt. Und nicht, wie sonst üblich, jeder Stein vor Ort zurecht gemeißelt.
Die Serienfertigung der Steine beschert dem 145 m langen Juwel der Hochgotik auch eine größere Harmonie als bei den Kathedralen von Chartres und Reims – besonders deutlich zu sehen auf der Westfassade mit ihren drei imposanten Portalen.
Über ihren bogenförmigen Toren erzählen Skulpturen biblische Szenen. Es folgt eine fein durchwirkte Fenstergalerie, dann eine Parade mit Statuen von 22 französischen Königen.
Erst dann kommt die gotische Rosette – viel höher gesetzt als in anderen Kathedralen. Macht eine Turmführung mit – dann kommt ihr direkt an dem wundervollen Glasfenster vorbei. 307 Stufen führen hinauf zum Nordturm. Was für ein Blick auf die Stadt an der Somme aus 112 m Höhe!
Hell und einladend: das Innere
Auch das Innere ist anders. Ähnelt Notre-Dame de Paris noch durch den Ruß der vielen Kerzen einer dunklen „Höhle“, zeigt sich Amiens hell und einladend. Ein himmlisches Bauwerk, dachte sich auch ein amerikanischer Architekt – und kopierte die Architektur für die New Yorker St. Patrick’s Cathedral.
Blickt auch einmal auch auf den Fußboden! Seine dunklen und hellen Steine sind nicht nur Schmuck. Sondern bilden ein Labyrinth für Gläubige. Wer nicht die Mittel besaß, um nach Jerusalem zu pilgern, konnte in der Kathedrale von Amiens eine symbolische Strecke pilgern – und so für sein Seelenheil sorgen.
Überraschender Fund
Monochrom in hellem Stein, so zeigt sich die Kathedrale von Amiens heute. Dass sie einst bunt bemalt war, haben seit 1992 fortlaufende Restaurierungsarbeiten verraten. Eingesetzt wurde dabei ein mobiler Laser, der Strahlen mit niedriger Intensität, aber hoher Leistung in sehr kurzen Impulsen ausstrahlte.
Bei dieser „photonischen Skalierung“, die Amiens perfektionierte, löst die Welle eine Mikroresonanz in der Schmutzschicht aus. Sie bröckelt ab – und lässt in Stein unbeschädigt. Was dadurch zutage kam, überraschte die Restauratoren. Auf dem Südportal, das der Muttergottes geweiht ist, stießen sie auf Fragmente der originalen Bemalung, die einst alle Statuen der Westfassade schmückte.
Grün, Rot, Blau und immer wieder Gold: Die Kathedrale von Amiens bewies, dass einst die Fassaden der gotischen Kathedralen einst wirklich bunt bemalt waren. Sollten die Restauratoren also die Fassade wieder mit den Farbpigmenten von einst erneut bemalen?
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