Morton Feldman | »The Viola in my Life« | Gürzenich-Orchester Köln | Tamestit | François-Xavier Roth
Автор: Gürzenich-Orchester Köln
Загружено: 2022-06-27
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Das Gürzenich-Orchester Köln spielt »The Viola in my Life IV« (1971) von Morton Feldman mit dem französischen Bratschisten Antoine Tamestit unter der Leitung von François-Xavier Roth.
Die Aufnahme entstand bei einem Konzert-Livestream am 10. Mai 2022.
Antoine Tamestit zeigt erneut, was in der zu Unrecht oft im Schatten der Violine stehenden Bratsche alles steckt. Mit ihrem dunkel-samtenen Ton verführte sie auch den amerikanischen Komponisten Morton Feldman, der ihr einen vierteiligen Kompositionszyklus widmete. Nicht pralle Opulenz ist hier das Programm, sondern Klänge am Rande des noch Hörbaren. »The Viola in my Life« webt magische Traumwelten und feiert die Macht der Stille.
In den fünfzehn Minuten von »The Viola in My Life IV« atmet man geradezu durch, weil es kein Ziel gibt. Bewegung schon. Einer geht los, offen für all das, was so am Weg sichtbar werden könnte – und im Kopf. Es ist die Klarheit eines Spaziergangs bei mäßig bewölktem Himmel, in einer das Denken mild befördernden Landschaft von einer bestimmten Farblichkeit: Grün, Grau, Blau vielleicht, eher als Gelb und Rot. In diesem Kosmos bewegt sich auch die Viola, nicht gerade ein Instrument durchdringender Töne, eher eines der Vermittlung und der Randzonen. Sie ist, mit sparsamen Tönen und Fragmenten, das Subjekt, in dem sich Umgebung und Gedanken verbinden. Reminiszenzen auch, wie das erwähnte Motiv aus fünf Tönen, von denen Feldman sagt, er setze sie ein wie Robert Rauschenberg Fotos in seinen Bildern. Bei Feldman sind es Fotos aus einer anderen Zeit – vielleicht aus den Jahren, ehe sein Vater aus Russland nach New York kam, aus jenen Jahren, als es in Osteuropa noch Spielleute gab.
Es ist alles ein gelassenes Gewahrwerden in dieser Musik, das sich auch verdichten kann wie in den acht Takten, in denen das Orchester ein Viertonmotiv wiederholt, bis es fast bedrohlich wird. Fast. »Und dann vermassle ich alles«, sagte Feldman über sein Vermeiden des Erwartbaren. »Ich halte mich nicht an den Weg.« Wenn man sich aber die Partitur näher anschaut, staunt man, wie viele Bezüge sich »by the way« ergeben. Die Klarheit, die offene Kohärenz, die wir erleben, ist einem konstruktiven Bewusstsein zu verdanken. Da ist dieses Fis der Flöten, das einmal von der Seite kommt wie ein überraschender Sonnenstrahl. Wenig später wird das Fis zwei Oktaven tiefer zum Zustand, von zwei Hörnern, die einander ablösen, seidig und sanft in die Luft gelegt. Aber das »bedeutet« nichts. Es ist einfach da im Sehen, Denken, Dasein, im Leben.
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