Jürgen Domian - Ich bin ein großes Risiko eingegangen.
Автор: Jurgen Domian | Domian Live Talkshow
Загружено: 2026-01-25
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#WDRNachtgespräche #EchteGeschichtenmitDomian
#JürgenDomianAnrufsendung „Domian … ich habe es wieder im Fernsehen gesehen.“
Jürgen Domian - Ich bin ein großes Risiko eingegangen. @DomianLive2025
Sie sprach von den Anti-Atomkraft-Protesten – den vertrauten Bildern, den Menschenmengen mit ihren Schildern, den Sprechchören. Die stärkste Anti-Atomkraft-Bewegung der Welt, hieß es. Und jedes Mal, wenn sie im Fernsehen gezeigt wurde, hatte sie das Gefühl, als würde alles in ihrem Leben bloßgestellt, obwohl sie es nicht wollte.
„Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie von Herzen alles Gute“, fuhr sie fort.
„Trotz der großen Risiken … vielleicht musste es so sein.“
Dann verstummte ihre Stimme.
„Dann … brach alles zusammen.“
Sie hielt inne, als wüsste sie nicht, wo sie anfangen sollte.
„Was ist mit ihm passiert?“
„Ähm … er hatte einen epileptischen Anfall.“
Nicht jeder wusste das. Und nicht jeder verstand, was das bedeutete. Die Anfälle, die Gedächtnislücken, die Hilflosigkeit, weil ihr Körper ihr nicht mehr gehorchte. Aber für sie war es nicht nur eine medizinische Diagnose.
„Es gibt so vieles zu bedenken“, sagte sie.
„Zum Beispiel eine psychologische Behandlung. Und falls … falls er jemals ein Verbrechen begangen hat.“
Sie nannte kein konkretes Verbrechen. Vielleicht war das auch nicht nötig. Allein das Zögern in ihrer Stimme verriet, wie heikel die Situation war.
„Und ich …“, seufzte sie,
„Ich habe ihn zutiefst verletzt.“
Sie rechtfertigte sich nicht. Sie versuchte nicht, es herunterzuspielen. Sie sprach es einfach als ungeschminkte Wahrheit aus.
„Eigentlich“, fuhr sie fort,
„gab es Zeiten, da habe ich mir immer gewünscht, er wäre bei dieser Frau. Besonders sonntagsabends.“
Als ob seine Anwesenheit ihr Frieden bringen würde. Als ob seine Abwesenheit all ihre inneren Konflikte lösen könnte.
„Aber dann dachte ich immer wieder:
„Warum ist es so?“
Sie setzte ihm eine Frist. Für sich selbst. Eine klare Grenze: Entweder das jetzt, oder es war vorbei.
„Und dann …“
„Ich habe versagt.“
Sie sagte es ganz leise. Nicht dramatisch. Nicht bemitleidenswert. Nur ein müdes Eingeständnis.
„Ich frage mich, warum ich heute die Ambulanz angerufen habe. Oder den Arzt“, sagte sie.
„Eigentlich war ich gar nicht verletzt. Keine blauen Flecken, kein Blut.“
Sie hielt inne und stellte dann klar:
„Ich bin völlig unabhängig. Ich kann für mich selbst sorgen.“
Aber Unabhängigkeit bedeutet nicht, niemanden zu brauchen. Und Stärke bedeutet nicht, keinen Schmerz zu empfinden.
„Sie …“, sagte sie über eine andere Frau – vielleicht eine Ärztin, vielleicht eine Verwandte –
„sie hat getan, was sie konnte.“
Nicht mehr. Nicht weniger. Sie versuchte einfach ihr Bestes in einer Situation, die niemand wirklich kontrollieren konnte.
Am anderen Ende der Leitung hörte Domian lange zu, bevor sie sprach:
„Manchmal rufen die Leute nicht an, weil sie Rat brauchen.
Sondern weil sie jemanden brauchen, dem sie sich anvertrauen können:
‚Ich habe es versucht. Aber ich kann nicht mehr.‘“
Und in diesem Moment verstummte sie.
Nicht, weil es nichts mehr zu sagen gab.
Sondern weil ihr vielleicht zum ersten Mal wirklich jemand zuhörte.
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