Biomasse aus der Knickpflege nutzen
Автор: DVS Ländliche Räume
Загружено: 2019-05-13
Просмотров: 2757
Hecken- bzw. Knickstrukturen in Schleswig-Holstein haben wichtige ökologische Funktionen. Um die Knicks zu erhalten, werden Landwirte verpflichtet, sie regelmäßig zurückzuschneiden. Dass die Pflege für Landwirte auch ökonomisch rentabel sein kann, zeigt das EIP Projekt. Auf dem Gut Rixdorf werden Holzhackschnitzel zur Wärmeerzeugung genutzt. Wieviel Trockenmasse aus einem Knick geholt werden kann, wird anhand einer im Projekt entwickelten Faustformel berechnet.
Weitere Informationen zum Projekt:
https://praxis-agrar.de/pflanze/acker...
Sie sind Landwirt, Wissenschaftler oder Berater? Sie haben eine Idee für eine nachhaltige Landwirtschaft? Die EU unterstützt solche praxisnahen Forschungsprojekte mit ihrem Förderprogramm EIP-Agri: https://netzwerk-laendlicher-raum.de/eip
Hecken entlang von Feldern, sogenannte Knicks, prägen das Landschaftsbild in Schleswig-Holstein.
Sie sind Lebensraum vieler Arten und wichtig für den Naturschutz. Um die Knicks zu erhalten, werden Landwirte verpflichtet, sie regelmäßig zurückzuschneiden. Dass die Landwirte aber auch wirtschaftlich von dieser Pflege profitieren können, zeigt das Projekt „Nachhaltige Biomassenutzung“.
Das Gut Rixdorf zwischen Kiel und Plön ist von Anfang an im Projekt dabei. Es nutzt die Biomasse aus Knicks, die es betreut, und aus Kurzumtriebsplantagen, kurz KUP, mit schnellwachsenden Bäumen. Ich weiß gar nicht mehr, wie lange es her ist, da haben wir uns mal zusammengesetzt und da hat mich schon interessiert, gerade weil wir mit KUP arbeiten und mit Holzhackschnitzeln, wie viel holt man tatsächlich aus so einem Knick raus. Ich kenne natürlich nach 30 jähriger Bewirtschaftung dieses Betriebes die unterschiedlichen Knicks auch und habe gedacht, wie die das wohl lösen wollen. Wieviel Biomasse steckt also in einem Knick? Auf genau diese Frage fand die Universität Kiel im Projekt eine Antwort. Eine Drohne, bzw. ein Multicopter fliegt den Knick ab in ganz verschiedenen Perspektiven und nimmt bis zu 1.000 Fotos auf von dem Knick. Aus diesen Fotos kann mit einem Computerprogramm ein 3D Modell errechnet werden. Was relativ einfach ist, was wir dann machen, dass wir das Volumen des 3D Modells nehmen. Das haben wir in Beziehung gesetzt mit den geernteten Holzmasseerträgen, getrocknet natürlich, dass wir es auf Trockenmasse umrechnen können. Rund 60 Knicks wurden mit diesem Verfahren vermessen.
Die Methode ist aufwändig und kostspielig. Aber der Einsatz hat sich gelohnt: mit Hilfe der Drohnenbilder ist es gelungen, eine einfache Formel zu definieren, die die nutzbare Biomasse berechnet. Die aufwändigen Untersuchungen während der drei Projektjahre, die haben im Endeffekt die einfache Faustregel herausgebracht, dass ein Kubikmeter durchwachsener Knick, im Mittel muss man sagen, 1,1 Kilogramm Trockenmasse erbringt. Aus der Pflege der Knicks entsteht also ein verwertbares Abfallprodukt. Die Biomasse lässt sich als Hackschnitzel für die Wärmeerzeugung vermarkten.Wichtig ist aber, dass bei der Ernte die ökologischen Funktionen von Knicks erhalten bleiben. Ein guter Knick hat immer auch einen breiten Saum. Wenigstens zwei, besser vier Meter.
Er hat sehr unterschiedlich alte Gehölze, große Überhälter, dort brüten viele Vögel, Rebhühner, Dorngrasmücke, andere Arten. Je mehr Gehölzarten, insbesondere wenn es Dornsträucher sind oder Arten wie Eiche und andere einheimische Baumarten, umso mehr Insekten können dort leben.
Deshalb gibt es gesetzliche Vorgaben. Zum Beispiel ist genau festgesetzt, wie oft Landwirte die Hecken komplett zurückschneiden dürfen. Die entwickelte Formel ist auch hier von Nutzen: denn die Landwirte wissen nun, wo und wann wieviel Ertrag abfällt. Weil die Ernte so strategisch planbar ist, können auch Naturschutzaspekte stärker berücksichtigt werden. Für mich war der Effekt: Mensch du erfährst nachher - wie viel Ertrag können wir aus unseren Knicks langfristig rausholen.
Für uns war es immer eine rentable Sache, wir sind immer noch begeistert davon. Nachhaltige Biomassenutzung ist aber nicht nur in Schleswig-Holstein möglich: die Faustformel lässt sich auf andere Gehölzstrukturen der Feldflur anwenden. Das Ergebnis des Projektes ist somit auf viele Regionen Deutschlands übertragbar.
Доступные форматы для скачивания:
Скачать видео mp4
-
Информация по загрузке: