Der 'Ho-Chi-Minh-Pfad' ... Werdau - Wünschendorf(Elster)
Автор: Jochen Pursche's Rock'n'Rail Channel
Загружено: 2021-09-29
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Nun, der Begriff 'Ho-Chi-Minh-Pfad' dürfte mehrheitlich denen, die westlich des eisernen Vorhangs aufgewachsen sind, eher ungeläufig sein. Es ist ein Relikt kommunistischer Glorifizierung von Personen, die in deren Propagandastrategie paßten. In der DDR war das Schulstoff! Es führt auf den vietnamesischen Revolutionsführer Ho-Chi-Minh zurück, der - so überliefert - seine Truppen auf unwegsamen Pfaden zu deren Kämpfen führte. So kam es zu dem Namen.
Bezogen auf unsere Strecke war es wohl ein Witzbold, dem das einfiel.. Wir erinnern uns an die 3 Wege zwischen Gera und Zwickau, im Video Greiz - Neumark(Sachs) beschrieb ich es. Werdau - Wünschendorf(Elster) war der mittlere dieser 3 Wege, permanent überlastet, der Bedarf war viel größer, als die Strecke aufnehmen konnte.
Lange Abstände zwischen den Bahnhöfen, geringe Geschwindigkeit, damit stark eingeschränkte Durchlaßfähigkeit - es ging im wahrsten Sinne des Wortes "eng und gedrängt" zu. Und da muß einem ein Licht aufgegangen sein, wohl anzunehmen, daß der im Dispatcherdienst tätig war.. Und es machte die Runde..
1998 war von Überlastung keine Spur mehr, dafür war der Zustand der Strecke noch schlechter geworden. Der Güterverkehr im Dieselnetz der Deutschen Reichsbahn ging kontinuierlich gegen Null - wo man früher nicht wußte, wie man die vielen zusätzlichen Sonderzüge über die Strecken bringen sollte, hatten nun eine Handvoll kaum frequentierter Personenzüge Platz ohne Ende.
Ohne Ende? Natürlich war dieses abzuwenden, aber der Wille dazu war einfach nicht vorhanden. Das 'Unwort' Börsengang war längst aus der Taufe gehoben, alles war nicht profitabel war, hatte zu verschwinden. Und damit das Ziel auch wirklich schnell erreicht wurde, wurde so manches Objekt auch mal als "nicht profitabel" erklärt.. Weichen, Kreuzungsgleise, ganze Strecken..
Eröffnet am 29.08.1876, leistete die Strecke über Jahrzehne wichtige Dienste, war zeit- und abschnittsweise sogar zweigleisig trassiert. Als in der Nachkriegszeit die Wismut einzog, wurde schier Unglaubliches geleistet! Später, siehe oben, wuchs die Bedeutung der Strecke mit den ständig steigenden Güterverkehrsleistungen bei der DR, die ihren Höhepunkt in den 1980er Jahren fanden.
Sie wurde über diverse Fahrplanperioden sogar von Schnellzügen befahren, natürlich mit genau dieser Geschwindigkeit, wie sie unser Zug im Video aufbietet..
Wenn etwas, was verschwinden soll, dies nicht 'freiwillig' tut, muß man 'nachhelfen'.. Ende der 1990er wurde das Angebot auf der Strecke immer weiter verschlechtert, die Fahrplanlagen der verbleibenden Züge immer unattraktiver gemacht. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten, was dazu führte, daß der Verkehr schließlich abbestellt wurde und am 29.05.1999 der letzte Zug fuhr. Wer hätte das noch 10 Jahre früher für möglich gehalten..?
Inzwischen ist die Strecke im Bogen zwischen Werdau und Werdau West durch den Bau einer Umgehungsstraße unterbrochen. Zwischen Werdau West und Teichwolframsdorf hat sich das Projekt "Werdauer Waldeisenbahn" etabliert, das Draisinenverkehr anbietet. Seelingstädt ist immer noch über die Wismutbahn erreichbar.
Der Förderverein, der auch das "Waldbahn"-Projekt betreibt, hat die 2007 von der Deutschen Regionaleisenbahn gepachtete Infrastruktur zur Nutzung übernommen und ertüchtigt schrittweise auch die zur Zeit nicht aktiv genutzten Abschnitte. Es ist im Moment wohl eher schwer einzuschätzen, welche Gestalt das irgendwann mal annehmen wird..
Immerhin - kein "Überlassen der Natur" und kein "obligatorischer Radweg", das Gleis ist da und es könnte durchaus eine Zukunft geben. Schauen wir..
Doch nun - einsteigen und die Fahrt durch die wunderschöne Landschaft genießen! Von Werdau nach Wünschendorf, auf dem 'Ho-Chi-Minh-Pfad'...
Daten aus Wikipedia
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