Berthelsdorf bei Herrnhut (GR): Glocken der evang. Dorfkirche
Автор: Görlitzer Glocken & Geläute
Загружено: 2025-08-03
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Heute wird das Geläut der evangelisch-lutherischen Dorfkirche in Berthelsdorf, einem Ortsteil der Stadt Herrnhut im Landkreis Görlitz, vorgestellt.
0:00 - Eindrücke der Kirche mit Außenaufnahme des Geläuts
2:22 - Glocke 3
4:00 - Glocke 2
5:43 - Glocke 1
8:00 - Viertelstundenschlag und Vollgeläut
1317 wird der Ort als "Bertholdisdorf" erstmals urkundlich erwähnt, wahrscheinlich nach einem Lokator Berthold benannt. Während der Hussitenkriege um 1430 wurde die Kirche wahrscheinlich niedergebrannt.
Die Geschichte des Ortes und Kirche ist eng mit der des Reichsgrafen Nikolaus Ludwig von Zinzendorf verbunden, der 1722 den Ort erwarb. Zugleich begann die Aufnahme "Böhmischer Brüder", evangelische Glaubensflüchtlinge aus Mähren, in Berthelsdorf, die die Erlaubnis erhielten, nahe dem Ort eine eigene Siedlung zu errichten - das spätere Herrnhut. Am 13. August 1727 fand eine Abendmahlsfeier in der Berthelsdorfer Kirche statt, welche die Gründung der weltweit bekannten "Herrnhuter Brüdergemeine" besiegelte. Deren Sitz wurde ab 1730 der neu erbaute Vogtshof in Herrnhut, nachdem bisher das Berthelsdorfer Schloss neben der Kirche wichtiger Anlaufpunkt war. Das Berthelsdorfer Schloss, das von 1791 bis 1913 Sitz der Kirchenleitung der Bruderunität war, gehört neben der Siedlung Herrnhut seit 2024 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Auch an der Kirche hinterließ Zinzendorf seine Spuren: Er ließ sie 1724 gen Osten vergrößern, um mehr Menschen, die eine Predigt des ebenfalls von Zinzendorf eingesetzten und sehr beliebten Ortspfarrers Rothe hören wollten, Platz zu bieten. Ebenfalls wurde eine Herrschaftsloge für den Grafen und seine Familie eingebaut.
Der Dachreiter ist 1755 wegen Baufälligkeit abgetragen und folgend bis 1828 neu aufgebaut worden, womit die Kirche endgültig ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt.
Der Kanzelaltar stammt von 1771. Die heutige weiße Ausmalung des gesamten Kirchenraums samt Ausstattung geschah 1831 und ein Zeichen der Verbindung zur Brüderunität, deren Kirchensäle ebenfalls im schlichten hellen Weiß gehalten sind.
1890 wurde eine neue Orgel angeschafft, gebaut von Schuster & Sohn aus Zittau. 2013 ist sie generalüberholt worden.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde der Sakralbau umfassend saniert.
Im Dachreiter befand sich bis 1788 ein mittelalterliches Dreiergeläut. In diesem Jahr musste die große Glocke durch Johann Gottlieb Siefert aus Görlitz umgegossen werden. Da 1830 auch die kleine Glocke einen Sprung bekam, wurden durch die Gießerei Gruhl alle Glocken zu einem "harmonischen Geläut" umgegossen. Diese drei neuen Glocken sind im Ersten Weltkrieg komplett vernichtet worden. 1925 konnten drei neue Glocken aufgehängt werden, gegossen durch die Gießerei Geittner & Söhne aus Breslau. Von diesem in fis'-Dur gestimmten Geläut konnte im Zweiten Weltkrieg nur die kleine Glocke verbleiben. Seit den 1950er-Jahren ergänzten fortan zwei Eisenhartgussglocken die erhaltene Bronzeglocke. In den 1990er-Jahren wurde Geläut und Kirchturmuhr elektrifiziert.
Nachdem sich Schäden am Glockenstuhl zeigten, wurde der Entschluss gefasst, die Eisenhartgussglocken außer Dienst zu stellen. Am 7. September 2014 läuteten sie letztmalig. Bereits im Dezember des gleichen Jahres konnte das neue Geläut in Betrieb genommen werden. Dieses besteht aus der Geittner-Glocke von 1925 sowie zwei neu gegossenen Glocken aus der Kunst- & Glockengießerei Lauchhammer.
Die Glocken:
Motiv: h'-cis''-e'' (Gloria)
Alle Informationen zu den Einzelglocken sind im Video zu finden!
Alle Aufnahmen entstanden am 11.10.2024 zu einem gesonderten Termin.
Ich bedanke mich herzlich bei Herrn Scholze für die Ermöglichung der Aufnahme, die kleine Führung und die netten Gespräche!
Quellen:
• eigene Aufnahmen, eigene Sichtung
• Info-Blätter aus der Kirche
• „Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 34. Heft: Amtshauptmannschaft Löbau“ von Cornelius Gurlitt 1910, S. 47-52
• „Die Glocken der Oberlausitz“ von Edmund Brückner im Niederlausitzer Magazin 1906, S.146 (Urheber der Datei: H. Kairies)
• Buch "Glocken in Sachsen" von Rainer Thümmel, S. 275, 380
• https://de.wikipedia.org/wiki/Berthel...)
• https://de.wikipedia.org/wiki/Herrnhu...
• https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss...
• https://www.facebook.com/photo.php?fb...
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