Streckensperrung 2025/26 Hamburg–Berlin. Die Umleiterzüge. Amerikalinie. Lübeck–Bad Kleinen. Schnega
Автор: Olga Bandelowa
Загружено: 2025-10-22
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Neun Monate dauert die Sanierung der Bahn Hamburg–Berlin. Züge werden umgeleitet. Wir besuchen die beiden Umleiterstrecken.
Während der Streckensperrung sind nur Baufahrzeuge sowie Bau- und Materialzüge auf den Gleisen zu sehen.
In Reinbek-Krabbenkamp werden ein Großteil der Gleise komplett erneuert.
An anderer Stelle werden zusätzliche Überholgleise eingebaut. Hier bei Müssen wird auch der Bahndamm verbreitert.
Im ehemaligen DDR-Grenzbahnhof Schwanheide, der heute nur noch ein unbedeutender Haltepunkt ist, werden die noch nicht so alten Bahnsteige abgebrochen.
Von den Abbrucharbeiten unberührt bleibt das aus den frühen 1980er-Jahren stammende Gebäude der zur Stasi gehörenden Paßkontrolleinheit. Heute lockt es Vandalen und Abenteuerlustige an.
Doch schauen wir nun auf die erste der beiden Umleiterstrecken. Hier hat die erhöhte Zugfolge auch Auswirkungen auf den Regionalverkehr, der jetzt mit Doppelstockzügen gefahren wird.
Täglich verbinden drei Intercity-Paare Hamburg mit Rostock über die nichtelektrifizierte Umleiterstrecke Lübeck–Bad Kleinen.
Die Diesellokomotive 218 übernimmt den Zug in Lübeck und bringt in nach Bad Kleinen oder umgekehrt. Die abgebügelte Elektrolokomotive bleibt dabei am Zug.
Statt wie bisher mit Triebwagen der Baureihe 623 fährt der RE 2 jetzt mit 218 bespannten Doppelstockwagen. Das Rollmaterial stammt weitgehend von DB-Gebrauchtzug.
Mit ein bißchen Glück bekommt man zwischen den REs und ICs auch gelegentlich einen Güterzug zu sehen. Dieser von Rügen kommende Kalkzug wird von einer der seltenen Diesel-Vectron der Baureihe 247 gezogen. Die Eisenbahngesellschaft Potsdam besitzt zwei Exemplare.
Im Gegensatz zu den meisten an den Regionalzügen eingesetzten 218 sehen die Intercity-Dieselloks immer sehr gepflegt aus.
Auch der nächste Güterzug kommt mit einer Vectron. Die gelbe Dual-Lokomotive gehört der Luxemburger Firma Alpha Trains und ist an das Bauunternehmen Leonhard Weiss vermietet.
Da die vor dem Krieg einst zweigleisige Strecke heute noch immer nur ein Gleis hat, muß in den Bahnhöfen häufig ein Zug auf den entgegenkommenden warten.
Die schon betagten Fahrzeuge von DB-Gebrauchtzug sind recht schadanfällig. Da bleibt auch schon mal eine Diesellok mit ihren Doppelstockwagen unterwegs qualmend liegen. Dann fahren wieder 623er-Triebwagen oder Züge fallen ganz aus.
Auch der Grevesmühlen-Ausgabe der Ostsee-Zeitung war aufgefallen, dass sich vermehrt Eisenbahnfotografen an der Strecke tummeln. Groß wird über drei Fans aus Minden berichtet, die extra 313 Kilometer mit dem Auto angereist seien, um Züge zu knipsen. So richtig hat der Reporter die Geschichte aber nicht verstanden, denn er teilt seinen Lesern mit, dass es um die dieselbespannten Doppelstockzüge gehen würde. Von den interessanten Umleiterzügen steht kein Wort im Artikel.
Einigen Bauern sind die Eisenbahnfreunde ebenfalls aufgefallen und ein Dorn im Auge. Angeblich würden sie die Felder zertrampeln. Es wird gedroht und verjagt.
In Hilgendorf will ein Landwirt sogar das Benutzen der Feldwege unterbinden und droht mit der Polizei. Ob er noch nie etwas vom Betretungsrecht gehört hat?
Wegen angeblich zu kurzer Bahnsteige und anderer Beschleunigung durchfahren die Doppelstockzüge jetzt einige Stationen ohne Halt.
Schauen wir uns nun auch noch auf der anderen Umleiterstrecke um. Über Uelzen und Salzwedel fahren die meisten Züge der gesperrten Hamburg-Berliner Strecke.
Diese vor dem Krieg zweigleisige Strecke wurde in den 1870er-Jahren als Amerikalinie oder auch Kaiserlinie als direkte Verbindung Berlins mit den Nordseehäfen gebaut.
Heute ist die Amerikalinie, die 1945 nach der deutschen Kapitulation von sowjetischer Seite unterbrochen wurde, erst wieder eingleisig hergestellt. Dementsprechend ist die Aufnahmefähigkeit viel geringer als die der jetzt gesperrten Hamburg-Berliner Strecke. Güterzüge müssen oft für ICEs Platz machen.
Zum Abschluss besuchen wir den Bahnhof von Bergen an der Dumme. Seit Kriegsende verlief westlich von ihm die Demarkationslinie zwischen britischer und sowjetischer Besatzungszone. Sie trennte die Station von der dazugehörigen Stadt. Der Bahnhofsname ist an der Giebelwand noch immer gut zu sehen.
Jetzt liegt Bergen an der Dumme in Niedersachsen, der ehemalige Bahnhof aber in Sachsen-Anhalt. Früher war das kein Problem, denn alles war Preußen. Nach der Teilung Deutschlands wurde der Bahnhof noch bis 1951 von östlicher Seite aus angefahren. Danach als Wohnhaus genutzt. Beim Wiederaufbau der Strecke 1999 wurde der Bahnhof nicht wieder in Betrieb genommen. Heute verfällt das Gebäude.
Auch wenn die Zugfolge im Vergleich zur Hamburg-Berliner Strecke stark eingeschränkt ist und der gesamte Regionalverkehr vorübergehend auf die Straße verlegt wurde, ist diese Umleiterstrecke einen Besuch wert. Wo gibt es sonst noch ICE auf eingleisiger Strecke mit Halbschranken zu sehen?
Die Streckensperrung und der Umleiterverkehr dauern insgesamt vom 1. August 2025 bis zum 30. April 2026.
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