Untermaiselstein im Oberallgäu St. Ursula - Gedächtnisläuten der Todesstunde Jesu
Автор: HosannaGlocke
Загружено: 2010-03-19
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Katholische Pfarrkirche St. Ursula in Untermaiselstein/Oberallgäu Südbayern/Deutschland
Gedächtnisläuten der Sterbestunde Jesu am Freitag den 19. März 2010 um 11.00 Uhr
Chiesa Santa Ursula Untermaiselstein/Oberallgäu sud Baviera Germania
Plenum Campane 1 - 5 Effetutate "ULRICH & WEULE APOLDA & BOCKENEM 1919"
Eglise de Saint Ursula en Untermaiselstein/Oberallgäu sud de la Bavière en Allemagne
Plenum Chloches 1 - 5 Cast en "ULRICH & WEULE APOLDA & BOCKENEM 1919"
"Unverhofft kommt oft" und: "Lass' Dich überraschen!"
So kann ich den heutigen Vormittag bezeichnen, denn ganz spontan erhielt ich die Zusage zu einer Turmbesteigung, um das Geläute zu filmen.
Von allen Himmelsrichtungen her ist der gotische Turm der St.-Ursula-Kirche von Untermaiselstein zu sehen. Umrahmt von den noch immer tief verschneiten Bergen begrüßt das Gotteshaus die Menschen gleich am Ortseingang. Sehr interessant ist der Turmaufstieg, denn zuerst geht es die Orgelempore hinauf, um von dort durch eine Tür in den Turm zu gelangen.
Nach etlichen Geschossen erreichte ich die Glockenstube, und war sehr, sehr überrascht, ein vollständig erhaltenes Eisenhartguss-Geläute vorzufinden.
"ULRICH & WEULE APOLDA & BOCKENEM 1919" ist an den Glocken abzulesen.
Der massive hölzerne Glockenstuhl und die stattlichen Klangkörper füllen die Glockenstube derart komplett aus, so dass mir nichts anderes übrig blieb, als mich zwischen die Balken und das nördliche Schallfenster hinein zu zwängen, um in einer etwas unbequemen Hocke die Glocken einigermaßen ins Visier zu bekommen. Aus diesem Grunde heraus gibt es diesmal als "Zutat" ein paar campanologische Verwackler, denn mit dem Einsatz der großen Glocke, machte meine rechte Kniescheibe Bekanntschaft mit dem Glockenstuhl... Nun musste ich versuchen, mich ein wenig in eine andere Position zu bringen, ohne dabei weder das Gleichgewicht, noch die läutenden Glocken, noch den schwankenden Glockenstuhl aus den Augen zu verlieren, was mir dann auch irgendwie gelang! Doch gerade solche unvorhersehbaren Erlebnisse fließen mit hinein in meine enthusiastische Freude, mit der ich immer wieder von Neuem auf die Kirchtürme steige und den Aufenthalt in den Glockenstuben dankbar genieße - wie auch diesmal!
Wenn man genau hinsieht läßt sich sehr gut erkennen, wie die Holzbalken schier millimetergenau ausgekerbt wurden, damit die Glocken ungehindert schwingen können.
Der Brauch, im Oberallgäu das Gedächtnisläuten der Sterbestunde Jesu um 11.00 Uhr abzuhalten, reicht in frühere Zeiten zurück, als freitags um 11 Uhr Andachten gefeiert wurden und zu diesem Anlass mit den (allen) Glocken geläutet wurde.
Mit seinem Alter von 91 Jahren ist dieses 5-stimmige Eisenhartguss-Ensemble zwar nicht gerade historisch, es erzählt aber dennoch von einer sehr wechselhaften, wie leidvollen Menschheitsgeschichte. Nach dem 1. Weltkrieg geschaffen, erhoben diese Glocken ihre Stimmen gegen Unrecht, Menschenverachtung, Mord, Leid, Tränen und unzählbare Einzelschicksale, welche der 2. Weltkrieg und die Wirren der Nachkriegszeit mit sich brachten.
Sie künden aber auch von Hoffnung und Freude und lassen ihre Stimmen erschallen, so auch am heutigen, strahlenden, föhnig-sonnigen Spätwintertag anno Domini 2010.
Mein herzlicher Dank gebührt der Frau Mesnerin, die mir umgehend die Erlaubnis erteilte, um auf den Kirchturm steigen und oben filmen zu können. Mit hinein schließe ich auch den netten "Hoigarte" anschließend in der Sakristei, der meinen Besuch in Untermaiselstein wunderbar abrundete!
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