Gerhard Blum: Johann Sebastian Bach (1685-1750), Praeludium c-moll BWV 546, 1
Автор: Gerhard Blum
Загружено: 2025-11-30
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https://www.kirche-pfungstadt.de/kirc...
Der größte Teil von Bachs Orgelwerk ist in Weimar entstanden, wo er als Hoforganist angestellt war, wohingegen ihm als Thomaskantor in Leipzig keine organistischen Pflichten mehr oblagen.
Dennoch entstanden auch hier einige Orgelwerke, die sich freilich in Stil und Charakter deutlich von dem jugendlichen Ungestüm des jungen Orgelvirtuosen abheben. Dieser stilistische Unterschied erlaubt eine sichere Datierung auch dann, wenn sich aus der handschriftlichen Überlieferung allein keine zeitlichen Anhaltspunkte ergeben.
Dies gilt auch für das ohne Zweifel erst in Leipzig (um 1730(?)) entstandene Praeludium c-Moll BWV 546, dessen autographe Eigenschrift nicht mehr vorhanden ist (wobei die relativ hohe Anzahl erhaltener zeitgenössischer Kopien auf eine gewisse Beliebtheit schon zu Bachs Lebzeiten schließen lässt). Wie etwa das ungleich berühmtere (und im Autograph erhaltene) Leipziger Praeludium h-Moll BWV 544 ist es in der Verschachtelung der einzelnen Formteile ein architektonisches Meisterwerk.
Man spricht in der Musikanalyse von der „Konzertform“, die sich letztendlich ableiten lasse vom Formprinzip der italienischen Solokonzerte etwa von Vivaldi, wonach ein vom Tutti stets wiederholtes (dabei auch in andere Tonarten versetztes) „Ritornell“ von immer wechselnden „Episoden“ des Solisten unterbrochen wird. Dieses Prinzip erscheint freilich beim reifen Bach in höchstem Maße verfeinert, indem der Gegensatz von Tutti und Soli klanglich nivelliert wird (man könnte nunmehr eher etwa von „Hauptsatz“ und „Nebensatz“ sprechen) und auch die „Episoden“ vielfach aufeinander bezogen sind.
Im Falle des c-moll-Praeludiums bedeutet dies, dass der Eingangsteil bereits eine Fülle von rhythmisch profilierten, höchst pathetischen Gedanken präsentiert, die dann, gewissermaßen in Einzelteile zerlegt (und in andere Tonarten versetzt), im Laufe des Stückes wiederkehren, um einen ausgedehnteren, kontrapunktisch durchgestalten Mittelteil zu gliedern (bevor die unveränderte Wiederkehr des Anfangs die Abrundung herstellt).
Indem in diesem Mittelteil das „fugische Denken“ als solches stets präsent ist – ein ganz einfaches, im Quintraum zunächst aufsteigendes, dann absteigendes Tonnmotiv wandert durch die Stimmen und wird von lebhaften Triolen und punktierten Rhythmen kontrapunktiert –, ist die traditionell nachfolgende Fuge eigentlich überflüssig. Tatsächlich scheint die in allen Handschriften enthaltene Fuge deutlich früher entstanden zu sein; und obwohl auch sie ihren eigenen Reiz hat, will sie doch nicht so ganz zu diesem Praeludium passen, welches als eine der Spitzenleistungen Bachs angesehen werden kann.
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