Gerhard Blum: Louis Vierne, aus den « 24 Pièces en style libre »: No. 14 Scherzetto, No. 17 Lied
Автор: Gerhard Blum
Загружено: 2025-10-12
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00:00 Intro
00:06 Scherzetto
04:13 Lied
Als einem der begabtesten Schüler von César Franck und Charles-Marie Widor fiel Louis Vierne (1870-1937, seit 1900 Titularorganist an der Pariser Kathedrale Notre-Dame) musikhistorisch gesehen gewissermaßen die Aufgabe zu, die romantische französische Orgelsymphonik zu ihrem abschließenden Höhepunkt zu führen. In puncto Komplexität der Form, satztechnische Dichte und harmonische Raffinesse lässt er seine Vorgänger weit hinter sich; dabei gewinnt seine Klangsprache freilich eine Herbheit, die man nicht mehr im eigentlichen Sinne „romantisch“ nennen möchte; insbesondere sein Faible für Chromatik oder auch die Ganztonleiter lässt ihn die Grenzen der Dur-Moll-Tonalität immer wieder streifen oder sogar überschreiten, sodass sich auch seine Themen von dem, was man in klassisch-romantischem Sinne als „Melodie“ bezeichnen könnte, oft weit entfernen. Seine großartigen Orgelsinfonien sind schon durch ihre schiere Ausdehnung für jegliche Zuhörer eine Herausforderung.
Populärer sind daher seine Charakterstücke geworden, die sich in der Regel durch fassliche Übersichtlichkeit auszeichnen und die in zwei Sammlungen zu je 24 Stücken veröffentlicht wurden. Als erste davon erschienen seine « Pièces en style libre » 1913 im Druck, die bezeichnenderweise alternativ auch für das Harmonium bestimmt sind, folglich vom Pedal keinen obligatorischen Gebrauch machen. Nach dem Vorbild von Bachs Wohltemperiertem Klavier bedenken sie alle 24 Tonarten und sind, mit C beginnend, aufsteigend angeordnet. Das Bedürfnis nach diesbezüglicher Vollständigkeit hat allerdings anscheinend dazu geführt, das so manche Komposition nicht aus einer spezifischen Inspiration heraus, sondern aus der tonartlichen Notwendigkeit entstanden ist...
Ein besonders glückliches Beispiel dafür, wie sich Viernes Stil, der durchaus auch das Bizarre einschließt, auch auf engem Raum und höchst originell und zuhörerfreundlich verwirklichen kann, ist sein « Scherzetto » (fis-moll), das in der für Scherzi bewährten dreiteiligen Form (mit Reminiszenz an den Mittelteil kurz vor Schluss) verfasst ist, wobei der Mittelteil in seiner schmachtenden Chromatik einen leicht ironisierenden Anstrich hat.
Demgegenüber ist das « Lied » (seit der Zeit Franz Schuberts hat das deutschsprachige Kunstlied eine so weitreichende Rezeption erfahren, dass der Begriff als Fremdwort auch in die französische Sprache eingegangen ist) über weite Strecken ganz diatonisch in As-dur gehalten – wie es für ein Lied ja auch nur natürlich ist, weil einem Sänger nicht unbedingt jene verstiegenen Tonfolgen abzuverlangen sind, die auf einer Tastatur so leicht produziert werden können...
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